Im Kloster von Shing Jea fand in der letzten Woche eine bemerkenswerte, botanische Ausstellung statt. Hier wurden die schönsten und ältesten Riesenbonsais ausgestellt, die man in Cantha finden kann. Ein Riesenbonsai hat eine durchschnittliche Höhe von fünf Metern und wurde ohne hinzufügen von mineralischen Düngern gezogen. Diese beachtlichen Bäume werden lediglich mit Reiswein gedüngt und mit der Flasche großgezogen. Unterstützt wird der Wachstum durch musikalische Untermalung von canthanischen Minnesängern, die beliebte Lieder wie: „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber die Äste des Baumes nicht“ oder „99 grüne Bäume, haben Nachts gar schöne Träume“ oder dem Hit „Grün, grün, grün sind alle meine Bäume, weil mein Vater ein Gärtner ist“.
Natürlich kann man nicht als normal sterblicher Mensch einen solchen Riesenbonsai züchten, dies übersteigt das Standardwissen, welches man in der Schule, sofern man eine besuchte, über Bäume gelernt hat. Um einen Riesenbonsai erfolgreich zu züchten, muss man mindestens 12 Jahre an der Baumschule studiert und seinen Abschluss als Trauerweide erlangt haben. Erst dann kennt und denkt man selbst wie ein Baum. Sollte einem dieses Wissen fehlen, ist man lediglich in der Lage einen normalen Bonsai zu züchten, der selten mehr als 30 cm Höhe erlangt. Diese mickrigen Kopien sind höchstens als Gartengelände für Minipets geeignet, oder als ökologische Katzentoilette. Ein paar der schönsten Riesenbonsaiexemplare zieren für die nächsten Jahre die Mauern des Klosters von Shing Jea, welches jetzt nicht nur Pilgerstätte für Gläubige, sondern auch für Botanikfreunde ist.